Guignard Kyoto Collection
Bambus 竹 | Matsumura Keibun 松村景文 | 1776-1843
Bambus 竹 | Matsumura Keibun 松村景文 | 1776-1843
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Matsumura Keibun war der jüngere Halbbruder von Matsumura Goshun. Unter der Führung von Goshun, der einer der wichtigsten Schüler des Malergenies Maruyama Ōkyō (1733-1795) war, bauten die Matsumura-Brüder in Kyoto die Shijō-Schule auf, die der Inbegriff eleganter Kyoto Malerei des 19. Jahrhunderts wurde. Von Maruyama Ōkyō erbte Keibun das Bestreben, als Künstler der Natur realistisch zu begegnen – genau hinzuschauen und dann das Gesehene in einen adäquaten Pinselduktus zu übersetzen, war die Losung. Schon Ōkyō war kein Naturalist (der Naturbeobachtung vollkommen hörig sein, widerstrebte ihm), und das gilt auch für Keibun. Trotz aller botanischen Richtigkeit sollte eine Pflanze - hier Bambusstauden – im Bild ein bezaubernder Pinseltanz sein. Die Gruppierung der Blätter, die Leerstellen, alle Bildelemente sollten auch als Formenspiel den Betrachter erfreuen und nicht nur beweisen, dass der Künstler vor dem Malvorgang die Natur studiert hatte.
Bei diesem Bild-Ensemble kommt hinzu, dass der umrahmende Stoff (chūmawashi) - eine kostbare Stickerei mit einem Bambus-Motiv auf bedruckter Seide - den Kunstaspekt der Malerei stark betont. Für Keibun war Eleganz immer höchstes Gebot, und dieses Rollbild ist als Ganzes bestimmt ein lebhafter Beweis dafür.





