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Guignard Kyoto Collection

Herbstblumen Gedicht 秋草の歌 | Mokuan Shōtō 木庵性瑫 | 1611-1684

Herbstblumen Gedicht 秋草の歌 | Mokuan Shōtō 木庵性瑫 | 1611-1684

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Mokuan Shōtō ist einer der prominenten chinesischen Mönche, die in den Wirren nach dem Ende der Ming-Zeit in China (1644) nach Japan geflohen sind und – gleichsam als Kulturbotschafter - in Kyoto bewundernde Aufnahme gefunden haben. Sie bauten 1661 den Manpukuji-Tempel in Uji bei Kyoto und gründeten die Ōbaku-Schule.

Die Kalligrafie auf diesem Bild ist also chinesisch, und der Inhalt mutet auch eher festländisch an. Das Gedicht weist jene typische chinesische Gelehrten-Geisteshaltung auf: Man genießt es, in einem Pavillon weit weg vom Trubel der Städte zu sein, freut sich an Natur und Landschaft und gibt sich Trinkfreuden hin (Musikfreunde kennen diese Gestimmtheit aus Mahlers „Lied von der Erde“). Der kalligrafierte Text ist: 万事人間都撥置  不知花下且, in modern japanischer Übersetzung: 何事も人間はすべて捨てて顧みない盃を咥えながら花の下にいる事を知らない.

Alle weltlichen Dinge schiebe ich beiseite; denke nicht daran und trinke nur unter Blumen.

Man muss ein solches Gedicht eines Priesters, der als Flüchtling viel Leid erfahren hat und sich nach Japan retten konnte, so verstehen: Er freut sich, in Frieden einen japanischen Herbst genießen zu können und fühlt sich wohl in seiner Retraite draußen in der Natur.

Dass das Bild mit dem Herbst im Zusammenhang steht, lehrt uns die gemalte Blume, eine Aster (aster amellus), die in China und auch in Japan als Symbol für Beständigkeit und Reinheit gilt und speziell als Herbstblume bekannt ist. Das Insekt gehört zu den Feldheuschrecken (acrididae), wie sie in Asien in warmen Gegenden sehr verbreitet sind.

Die Balance von den zwei Gedicht-Zeilen neben der Unterschrifts-Zeile (mit sorgfältig gesetzten Stempeln darunter) und dem schilfartigen Gras, das gleichsam die Herbstblume schützend überdacht und umgibt, strahlt eine Harmonie aus, die der chinesische Priester in Kyoto wohl tief empfunden hat.

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