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Guignard Kyoto Collection

Kalligrafie Drei Herbstgedichte | Fujiwara (Karasumaru) Fuyumitsu 藤原(烏丸) 冬光 | 1473-1516

Kalligrafie Drei Herbstgedichte | Fujiwara (Karasumaru) Fuyumitsu 藤原(烏丸) 冬光 | 1473-1516

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Karasumaru Fuyumitsu war ein Adliger aus der Fujiwara-Familie, von dem man außer seinem Rang als Ratsherr sangi nicht viel weiß, und den man nur als ausgezeichneten Kalligrafen kennt.

Speziell an einer solchen höfischen Kalligrafie ist, dass man oft rechts zuerst den Titel der Kalligrafie und daneben den Namen des Kalligrafen erfährt; die Kalligrafie wird also nicht am Schluss signiert. Die ersten zwei Zeilen lauten:

秋日同歌三首和歌                                        参議藤原冬光

Drei im Herbst zu singende Gedichte (waka)    vom Ratsherrn Fujiwara no Fuyumitsu (verfasst)

 

Die kalligrafierten Texte liest man wie folgt:

1. Gedicht: 女郎花露 Tau auf dem Goldbaldrian

いつの秋に結そめてか   をみなへし露もかはらす.   契をくらん

In welchem Herbst haben wir zum ersten Mal unser Band geknüpft? / Die Tautropfen auf dem Goldbaldrian sind unverändert / so sei auch unser Gelübde.

 

2. Gedicht: 秋夕情 Melancholie an einem Herbstabend

ならふにもたへぬ夕の 身をしれはなをさりなりし  初あきの雲

Nun weiß ich, wie schwer es wird, wenn der Abend zu Ende geht / denn ich erkenne, / dass er den (herrlichen) Wolken gleicht, die sich im frühen Herbst verziehen.

 

3. Gedicht: 深夜帰恋 Liebestrunkene Rückkehr in tiefer Nacht

かへるさをおもふ名残も  ふかき夜の袖よりあまる  みち芝の露

An Heimkehr denkend bleibt Wehmut zurück. / Mehr noch als meine nassen Ärmel glänzt in tiefer Nacht / der Tau auf dem Gras am Wegrand.

 

Diese Tanka-Texte entsprechen vollkommen der poetischen Vorstellung des Herbsts in Japan: Melancholie, Abschied von einem*r Geliebten, Nacht-Szenen. Die kalligrafierten Zeilen widerspiegeln nicht die fünf strukturellen Gedichtzeilen (5-7-5-7-7 Silben) – zwei Gedichtzeilen werden zu einer Kalligrafie-Zeile zusammengefasst, womit insgesamt grafisch drei drei-zeilige Gedichte das Format erfüllen und die Kalligrafie zu einer Malerei werden lassen, die nur bildnerischen Gesetzen folgt. Mit anderen Worten, wir schätzen hier optisch den Fluss und die Feinheit des Strichs, die Strichballungen, die bei chinesischen Zeichen entstehen und die höfische Eleganz der feinen Silben-Teile des Texts.  Die Kalligrafie erfreut schon das Auge, noch bevor man jedes Textdetail verstanden hat. Solch ästhetisches Wohlgefallen wird durch die kostbare antike Montierung unterstützt, die ein stimmiges florales Motiv in gedeckten Herbstfarben aufweist.

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