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Guignard Kyoto Collection

Kalligrafie „Keine Dualität“ | Sakai Hōitsu 坂井抱一 | 1761-1828

Kalligrafie „Keine Dualität“ | Sakai Hōitsu 坂井抱一 | 1761-1828

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Sakai Hōitsu ist der wichtigste Rinpa-Maler im späten 18. Jahrhundert. Diese Schule begann als neue Richtung in der Kunstgeschichte hundert Jahre vor Hōitsu mit Tawara Sōtatsu (1570-1640) und anderen Künstlern, die aus der Hof-Kultur stammten. Die Hof-Malerei hatte über Jahrhunderte einen distinkt anderen Stil gepflegt als die Maler der Tempel und der Samurai-Gesellschaft.  Als der Hof aber im späten 16. Jahrhundert viel an politischer und wirtschaftlicher Macht verlor, trennte sich eine Gruppe von Künstlern von dieser Institution und gründete außerhalb des Palasts eine Künstlerkolonie in Kyoto. Ausgestattet mit ihrer reichen erlernten Tradition schufen sie vor allem für das aufkommende Bürgertum der Städte einen neuartigen Stil. Sakai Hōitsu gilt als der Hauptexponent der 3. Generation dieser Schule - vor allem, weil er ein großer Bewunderer von Ogata Kōrin war, dem Exponenten der 2. Rinpa-Generation. Er verfasste auch Schriften über ihn: „Hundert Blätter von Kōrin“ und „Zusammengefasste Malweise des Ogata-Stils” und festigte damit auch institutionell die exquisite neue Kunstrichtung für die kommenden Generationen.

Hōitsu kennt man in erster Linie als Maler, aber er war auch ein bedeutender Kalligraf, wobei die meisten seiner Kalligrafien sich durch weiche fließende Schriftzüge auszeichnen. Diese Kalligrafie ist nicht signiert, stammt aber mit hoher Wahrscheinlichkeit von ihm. Hōitsu, ein Spross einer reichen Fürstenfamilie von Himeji, wurde in Edo (Tokyo) geboren und trat 36-jährig in den Priesterstand ein. Diese Kalligrafie hat einen stark buddhistischen Aspekt. Der Schriftstil ist die „Siegelschrift“ aus dem antiken China und wirkt in dieser Form noch tiefer und gehaltvoller als mit normalen Zeichen geschrieben. Der Text weist vier Schriftzeichen auf, was nicht der Fünf-Zeichen-Norm einer Kalligrafie-Zeile entspricht:

不二法門 fu ni hō mon  „Nicht-zwei-Gesetze-Tor“, d.h.: „Keine Dualität“.

Wir kennen verschiedene Dualitäts-Prinzipien in Asien: Yin-Yang (chinesisch), „Rein-Unrein“ (Shintō), Illusion-Realität (Nō-Thater), Gut-Schlecht etc. Doch die Zen-Meditation strebt eine Überwindung der Dualität an und zielt darauf, dass man den Vergleich von Gegensätzlichem, oder generell jeglichen Diskurs ablehnt oder überwindet und nur noch „Das Eine“ erkennt und akzeptiert. Das ist die Lehre von „Nicht-Zwei-Sein“, die Hōitsu hier anspricht.

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