Guignard Kyoto Collection
Kalligrafie Schnee 雪 | Ingen Ryūki (Ōbaku-Schule) (attr.) 隠元隆琦(伝) | 1592-1673
Kalligrafie Schnee 雪 | Ingen Ryūki (Ōbaku-Schule) (attr.) 隠元隆琦(伝) | 1592-1673
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Dieses Bild ist ein Spezialfall, da mit seiner Entsprechung einer Kalligrafie dieses Priesters im Nationalmuseum in Kyoto (und allen Nachweisen der Siegel und der Signatur) eigentlich keine Zweifel an der Authentizität aufkommen sollten. Dennoch stufe ich es als „zugeeignet“ ein, denn bei berühmten chinesischen Kalligrafen ist mit der Autorschaft immer Vorsicht geboten.
Ingen Ryūki ist die Hauptfigur unter den Priestern, die in den Wirren am Ende der Ming-Zeit (1368-1644) aus China nach Japan geflohen kamen, nach einigen Schwierigkeiten in der Nähe von Kyoto den chinesischen Tempel Manpukuji bauen durften und die Obaku-Schule der Kalligrafie gründeten.
Diese Priester brachten viel Kulturgut mit und wurden deshalb in in Japan auch sehr geschätzt. Eine große Neuerung ihrer Kalligrafie war die grafische Betonung des ersten Zeichens einer Sentenz, das somit zum Titel der ganzen Kalligrafie aufrückte. Hier ist es das Zeichen für „Schnee“. Da Schnee weiß ist, müssen andere Charakteristika des Schnees mit dem Tuschepinsel ausgedrückt werden. Hier ist es bestimmt die Weichheit einer Schneedecke, und so wird denn das relativ komplizierte Zeichen mit vielen Einzelstrichen in einem großen harmonischen Schwung zusammen- gefasst. Obwohl es aus zwei Teilen besteht - oben 雨 , unten ヨ - wird der Pinsel nicht abgesetzt, sondern es ist, als würde der Schnee die „Zweiheit“ zusammenschließen - Verbirgt sich dahinter das Streben nach einem buddhistischen Überwinden von Dualität?
Der Text lautet:
雪 花堆裡鉄心 肝
Wörtlich:
Schneemasse - das Herz bliebt standhaft
