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Guignard Kyoto Collection

Kalligrafie Schnee 雪 | Tenyū Shōkō 天祐紹杲, Schachtelinschrift 山田義山 (1891-1972) Abt des Daitokuji | 1586-1666

Kalligrafie Schnee 雪 | Tenyū Shōkō 天祐紹杲, Schachtelinschrift 山田義山 (1891-1972) Abt des Daitokuji | 1586-1666

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Tenyū Shōkō war der 169. Abt des Daitokuji Tempels in Kyoto. Er hat das beachtliche Alter von 80 Jahren erreicht, was zu dieser Zeit keine Selbstverständlichkeit war. Wenn man diese Kalligrafie in Bezug auf die Tatsache eines lang gelebten Lebens des Kalligrafen hin betrachtet, so kann man auf die Idee kommen, dass die ausgesprochene Ruhe und Gefasstheit dieses Bildes in einem Zusammenhang steht mit einer Persönlichkeit, der ein langes Leben beschieden war, da er eine Existenz der Beständigkeit und inneren Sicherheit geführt hat. Nichts deutet hier auf einen impulsiven Charakter, auf ungezügelte Leidenschaften hin – alles ist hier im Lot.

Der Aufbau des Bildes steht in der Tradition der chinesischen Ōbaku-Schule, die im 17.Jahrhundert wesentlichen Einfluss auf die japanischen Priester-Kalligrafen hatte: Ein groß geschriebenes Zeichen ist gleichsam der Titel und oft auch gleich das erste Zeichen eines Gedichts, das in kleiner Schrift ausgeschrieben wird. Hier ist das große Zeichen jenes für Schnee, und eine freie Übersetzung des nachfolgenden Gedichts lautet: Der Nordwind weht über den See und führt an seiner Seite großen Schnee mit sich als wär‘s ein weißer Reiher.

In der Ōbaku-Schule war das Zeichen für Schnee in der Kalligrafie beliebt. Oft entdeckt man dabei eine gewisse illustrative Qualität: die Schwere des Schnees, die Weichheit einer Schneelast, oder die Einsamkeit einer Schneelandschaft werden mit der Position des Zeichens in einem Format durch einen weiten unbeschriebenen Leerbereich zum Ausdruck gebracht etc. Doch dieses Zeichen hier ist im Stil der archaischen Siegelschrift reisho gemalt – ohne Illustrationspotential, ohne Psychologie, ohne explizite Winteratmosphäre. Wir empfinden nur eine großartige Ernsthaftigkeit bei der Auseinandersetzung mit dem Phänomen „Schnee“, die über alle Erzählabsicht hinausgeht. Und gerade deshalb wird man von diesem Zeichen ganz elementar berührt. Das narrative Moment kommt erst im Gedicht darunter zum Tragen, doch diese Zeichen sind im „normalen kaisho-Stil“ gehalten, was das archaische Pathos des Zeichens für Schnee noch herausstreicht. 

Die Montierung ist original (zeitlich aber nicht mit Sicherheit datierbar) und ist sehr gut erhalten.

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