Guignard Kyoto Collection
Karpfen | Itō Jakuchū (attr.) 伊藤若冲(伝)| 1716-1800
Karpfen | Itō Jakuchū (attr.) 伊藤若冲(伝)| 1716-1800
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Itō Jakuchū gehört mit zwei anderen Malern (Nagasawa Rosetsu und Soga Shōhaku) zu den „Drei Rebellen“ des 18. Jahrhunderts. In dieser Epoche galt Maruyama Ōkyo (1733 -1795) mit seiner Malerei als der Inbegriff für exzellente Kunst. Ōkyos große Leistung war, dass er sich mit der damals nur schwer zugänglichen europäischen Kunst auseinandersetzte. Er nutzte (aber nur, wenn es ihn künstlerisch reizte) die westliche Perspektive, trieb Naturstudien wie ein Renaissance-Künstler und deckte fast alle Gebiete, die damals einen japanischen Maler interessierten, souverän ab.
Seinen größten Einfluss übte er mit seinem Realismus aus – noch im 19. und frühen 20. Jahrhundert war sein Ansatz, der auf akribischen Beobachtungen der Natur basierte, für die meisten Maler in ihrem Schaffen bestimmend (um nicht zu sagen belastend).
Nun gab es aber eben drei charaktervolle Persönlichkeiten, die sich dem unausgesprochenen ästhetischen Diktat von Ōkyo entgegenstellten. Jakuchū fand verschiedene Wege, um dem Schönheitsideal von Ōkyos Kunst etwas entgegenzusetzen. Eine große Werkschau im Jahr 2000 im National-Museum Kyoto versetzte jedermann in Staunen durch den immensen Reichtum an Gestaltungsformen, die Jakuchū neu erfunden hatte.
In der Tuschemalerei waren es vor allem gewagte grafische Formulierungen, die verblüfften - und die auch bei diesem Karpfen faszinieren. Die ganze Kopfpartie ist sehr sprechend und griffig formuliert, aber weit entfernt von Ōkyos Naturalismus. Die Virtuosität der Pinselführung in den Flossen und die Sensibilität der Schuppengestaltung sind unübertrefflich.
Hinzu kommt die formale Behandlung des Längsformats: nur das vordere Drittel des Karpfens und – im untern Teil des Bildes - sein Schwanz ragen ins Bild. Ein paar geblätterte Halme von Seegras deuten den Teich an, in dem der Karpfen schwimmt.
Die Signatur des Bildes ist insofern etwas problematisch, als nur wenige Bilder von Jakuchū mit einem einzigen Siegel gezeichnet sind – viele Bilder hat der Maler nicht unterschrieben (was weiter kein Problem ist), aber meistens pflegte er zwei Siegel zu setzen. Das vorhandene Siegel ist vollkommen in Ordnung, und die Qualität der Malerei ist so gut, dass die Autorschaft als gesichert eingestuft werden darf. Dennoch soll das Bild hier nur als „zugeeignet“ klassifiziert werden, da es neu montiert ist und keine originale Schachtel mehr vorhanden ist.
