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Guignard Kyoto Collection

„Kōrin Makie“ Schreibschachtel-Paar 硯箱 suzuribako | Blätter, Falke / Boot unter Weide | 18.Jh.

„Kōrin Makie“ Schreibschachtel-Paar 硯箱 suzuribako | Blätter, Falke / Boot unter Weide | 18.Jh.

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Maki e bezeichnet eine 1200 Jahre alte Maltechnik aus China, die in Japan im 16. Jahrhundert beträchtlich verfeinert wurde: auf eine Lackunterlage wird ein Motiv gemalt, und solange der Lack noch feucht ist mit Goldstaub bestreut. Maki e heißt denn auch direkt übersetzt „Gestreute Bilder“. Ein großer Erneuerer dieser Lackmal-Technik war Ogata Kōrin (1658-1716), der auf dem Werk seines Vorgängers Tawaraya Sōtatsu (frühes 17. Jh.) eine originelle neue kunsthandwerkliche Tradition ins Leben rief. Seit seinem Ableben nannte man seinen Stil Rinpa; der Begriff setzt sich aus „Rin“ von seinem Namen (Kōrin) und dem Terminus pa (oder „ha“) zusammen, was soviel heißt wie „Schule“, also: Ogata Kōrin-Schule.

Die Rinpa-Meister, zu denen in der Folge bedeutende Maler und   Kunsthandwerker verschiedenster Gattungen zählen, führen die exklusive Ästhetik-Tradition bis ins 20. Jahrhundert weiter. Dieses Schachtelpaar ist von einem nicht verifizierbaren Handwerker im 18. Jahrhundert geschaffen worden. In der größeren Schachtel wird das Briefpapier aufbewahrt, und in der kleineren Schachtel finden sich die Schreibutensilien wie Tusche-Reibstein und Wasserkrüglein für die Tusche-Zubereitung.

Die Designs der großen und kleinen Schachtel sind verwandt, aber nicht identisch: Ein Falke sitzt auf einem Zweig mit verwelkendem Herbstlaub (was als ästhetische Pointe mit kostbarem Perlmutt ausgedrückt wird!) und guckt auf Blätter, die zum Teil von Insekten gefressene Löcher aufweisen – auch hier die Pointe: in kostbarem maki e Gold-Auftrag!

Auf der Deckel-Innenseite dieser männlichen Falken-Thematik finden wir eine sentimentale weibliche Stimmung: eine herrlich ausladende Weide ragt über ein Flussufer und bietet einer angedockten (Liebes-)Barke Schutz. Trauerweiden sind in Japan nicht traurig, sondern ein Symbol für die Geschmeidigkeit und den Liebreiz schöner Mädchen, die die Barke besteigen mögen. Auch hier wird im Dach der Barke Perlmutter verwendet. Die Weidenzweige mit kleinen Knospen sind außergewöhnlich sensibel gestaltet.

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