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Guignard Kyoto Collection

Zwölf Monatsbilder: 10. Das Oktoberbild | Yoshimura Kokei 吉村孝敬 | 1769-1836

Zwölf Monatsbilder: 10. Das Oktoberbild | Yoshimura Kokei 吉村孝敬 | 1769-1836

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Das Bild des Oktobers weist am ehesten gängige Herbst-Sujets auf, obwohl die spezifische Behandlung wieder raffiniert ist. Das Bild zeigt eine Berglandschaft mit roter Laubfärbung an den Bäumen. Das Bild hält somit die bewährte Balance zum Märzbild mit den blühenden Kirschbäumen in den Hügeln von Yoshino. Hier fällt wieder die dezente Farbgebung auf – die Ahornblätter sind bestenfalls rötlich-braun gemalt, sie flammen nicht wie auf üblichen momiji-Bildern.

Geschickt nutzt Yoshimura Kokei hier das Wildgans-Motiv aus. Die traditionelle Darstellung von Wildgänsen beschränkt sich minimal auf zwei bis drei Vögel – mindestens eine Wildgans ist im Anflug und eine oder zwei Gänse rufen sie vom Ufer aus verzweifelt herbei. Das ist seit alters ein Symbol für Wunsch nach Zusammengehörigkeit. Doch wie geht der Maler mit diesem Motiv um: in der Oberleiste fliegen zwei Gänse in Abwärtsrichtung, doch auf der Unterleiste ist nur ein Schilfhalm gemalt. Jeder weiß, dass unten am Ufer die verlassenen, sehnsuchtsvoll rufenden Gänse stehen sollten – aber braucht man sie auch wirklich zu malen? Eine Binse reicht, um ein Ufer zu markieren. Die Melancholie, die zu diesem Topos gehört wird hier ausgedrückt, der einzelne Schilfhalm ist gebrochen, die Rispe des Grases schaut nur wie ein trauriges Gesicht von rechts oben in den Streifen hinein. Der Maler benutzt die unausweichliche Anforderung des schmalen liegenden Formats der Unterleiste - nämlich keine aufrechte stehende Binse malen zu können - indem er mit der liegenden gebrochenen Pose des Halms, das wiedergibt, was normalerweise eine schmerzlich rufende Wildgans ausdrückt.

(nur als Serie käuflich)

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