Guignard Kyoto Collection
Ōnatsume: Herbstgräser mit Tautropfen | Umeda Rantei 梅田蘭亭 | 20.Jh.
Ōnatsume: Herbstgräser mit Tautropfen | Umeda Rantei 梅田蘭亭 | 20.Jh.
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Umeda Rantei ist ein Qualitäts-Begriff in der eleganten Welt der Tee-Zeremonie. Es ist allerdings nicht ganz klar, ob der Name eine Lackdesign- oder Werkstattbezeichnung ist, oder er ein Individuum meint, da nirgends personenbezogene Daten ausfindig zu machen sind. Das spielt an sich keine große Rolle, da das luxuriöse, höchst delikat geschaffene Objekt für sich selber spricht. Die Herstellungstechnik wird makie genannt. Makie heißt eigentlich „gestreutes Bild“, denn in der ältesten makie-Technik, wird auf eine getrocknete Lackschicht mit flüssigem Lack ein Bild gezeichnet und dann mit Goldstaub bestreut. Wenn der Lack trocknet, wirkt das goldene Motiv, als wäre es gemalt.
Mit der Zeit wurde diese Technik weiterentwickelt, und man konnte auch direkt mit einem Pinsel malen, also „Lackmalerei“ betreiben. Mir scheint, dass es sich bei diesem Objekt bereits um „Malerei“ handelt, da vor allem stellenweise auch leicht rötliche Goldfarbe benutzt wurde. Die applizierten Silberknöpfchen, die Tautropfen darstellen sollen, haben gar nichts mehr mit makie zu tun.
Das Motiv der Golddekoration sind Herbstblumen und -Gräser. Auf dem Deckel sieht man prominent das susuki-Gras (Pampasgras), das in Japan ab Herbstbeginn auf den Wiesen im Wind weht. Zwei typische Herbstblumen sind die Chrysantheme und der Buschklee, hagi genannt. Der Buschklee hat zierliche violette Blüten, die vor allem im Mittelalter in der Dichtung oft besungen wurden. Die Rispen sind leicht rötlich, was hier in der Golddekoration mit zarter rötlicher Farbe markiert wird.
Ein ōnatsume ist ein „großes natsume“, d.h. eine Dose, in der der grüne Tee für den matcha der Teezeremonie aufbewahrt wird.
