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Guignard Kyoto Collection

Schwalben auf Weide | Konoshima Ōkoku 木島桜谷 | 1877-1938

Schwalben auf Weide | Konoshima Ōkoku 木島桜谷 | 1877-1938

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Konoshima Ōkoku ist ein Maler der glücklicherweise wieder mehr ins Bewusstsein der Kunstöffentlichkeit Japans rückt. 2013 wurde in Kyoto eine umfassende Solo-Ausstellung eröffnet, die dann auch in Tokyo gezeigt wurde. Ein schöner Katalog beweist schnell, wie sehr dieser Maler wieder ernsthafter beachtet werden sollte. Zu seiner Zeit konnte Ōkoku große Erfolge verbuchen, doch dann wurde es - schon in seinen späten Jahren - still um ihn. Ein Problem seiner Kunst war vielleicht seine häufige Auseinandersetzung mit der zu Anfang des 20.Jhs (Ende Meiji- und Taishō-Zeit) beliebten Historien- und Genre-Malerei. Einige von diesen Werken können uns heute nicht mehr unmittelbar ansprechen. Aber seine Landschafts- und Tierbilder haben nichts von ihrem Reiz verloren. Im Gegenteil – sie sind virtuos, lebendig und immer wieder kompositorisch überraschend in der bildnerischen Disziplin.

In diesem großformatigen Bild wagt es Ōkoku, sein Schwalben-Thema nur im oberen Sechstel des Bildes abzuhandeln, die andern fünf Sechstel sind ein - nur anscheinend - verspieltes Schwingen von Weidenzweigen im Frühlingswind. (Genaues Hinsehen lässt viel feinsinnige Disposition von Blättchen und Zweigen erkennen).     

Die schwarzen Schwalben scheinen, wie die Natur es will, zufällig nebeneinanderzusitzen, doch schon bald erkennt man eine individuell differenzierte Dreiergruppe, daneben eine korrespondierende Schwätzerin mit geöffneten Schwingen und ihr gegenüber, ein Vogel, der ernst zuzuhören scheint, und mit seiner braunen Hals- und Kopfpartie einen wichtigen formalen Akzent setzt. Fünf Vögel in der Konversation - das ist nicht zufällig eine klassische Anzahl.

Bei Ōkoku lohnt es sich auch immer, die Montierung genau zu betrachten. Im eleganten Mausgrau der umfassenden Seide (chūmawashi) sind Bilder-Stempel eingewirkt, die Ōkoku selbst entworfen hat.

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