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Guignard Kyoto Collection

Sitzende Amida-Figur 阿弥陀如来 | unbekannt | Mittlere Muromachi-Zeit (15. Jh.)

Sitzende Amida-Figur 阿弥陀如来 | unbekannt | Mittlere Muromachi-Zeit (15. Jh.)

Normaler Preis CHF 6,500.00
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Die Skulptur stammt aus Tokushima, einer Provinz weit entfernt von Kyoto. Die Figur selber weist den Schmelz und die Feinheit von Kyoto-Bildhauern jener Zeit auf. Der Lotus-Sockel ist aber etwas schlichter gehalten – möglich, dass er später (spätestens im 17.Jh.) für die Skulptur in Tokushima (neu-)geschaffen wurde. Für die Fachleute des Restaurationsateliers in Kyoto, Tomita Kōgei, gibt es Elemente des Ensembles, die die Annahme stützen, dass das Buddha-Bild einerseits und der ganze Sitz der Buddhastatue andererseits unterschiedlich sind in Herkunft und Zeit – ein Fakt, den man häufig bei alten Buddha-Aufbauten vorfindet. Die sitzende Buddha-Figur kann natürlich auch ohne den Treppenaufbau und den Strahlenkranz präsentiert werden, denn die Teile sind alle leicht voneinander trennbar.

 Amida Nyorai 阿弥陀如来, oder Amithaba, ist der „Buddha des Reinen Landes“. Die Interpretation seiner Handstellung ist etwas kompliziert:

Seine rechte Hand, bei der sich der Daumen mit dem Zeigefinger berührt, zeigt (isoliert betrachtet) das gyan-mudra, eine Handstellung der Konzentration des Geistes oder der Meditation. Dieses mudra gilt aber auch als eine Variation des semuiin 施無畏印(eine Handstellung, bei der alle Finger gestreckt sind.)

Die Linke zeigt yoganin 与願印 , eine Handstellung, die das Erfüllen des Wunsches nach Glückseligkeit symbolisiert. Semuiin und yoganin gelten in ihrer häufig auftretenden Kombination als Abhaya mudra, eine Gruß-Handstellung, die „Göttlicher Schutz und Glückseligkeit“ bedeutet.

(In der Ikonografie der Handstellungen (mudra) gibt es immer wieder unterschiedliche Interpretationen; ein Anspruch an Eindeutigkeit kann oft nicht erfüllt werden.)

Die Skulptur als Kunstwerk betrachtet überzeugt in ihrer Stimmigkeit. Die fein angedeutete entspannte Haltung des Oberkörpers wirkt sich auf den weichen Fluss aller Gewandfalten und die Harmonie der Körperteile aus. Die Hände sind sehr zart gestaltet, und das Antlitz mit den eingelegten Kristallaugen strömt eine unglaubliche Friedlichkeit, eine wunderbare Ruhe aus.

Diese Amithaba-Figur muss über die Jahrhunderte mit großer Hochschätzung behandelt worden sein – sie ist fast makellos erhalten und musste deshalb kaum restauriert werden, was für eine Holzskulptur, die vor gut 500 Jahren geschaffen wurde, außergewöhnlich ist.

Für die Statue und den Rest des Ensembles wurde eigens eine Schachtel aus Paulownia Holz angefertigt, so dass alle Teile auch sicher und gut aufbewahrt werden können.

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