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Guignard Kyoto Collection

Kalligrafie Ryūko 龍虎 Drache -Tiger | Ikkyū Sōjun (attr.) 一休宗純 (伝)| 1394-1481

Kalligrafie Ryūko 龍虎 Drache -Tiger | Ikkyū Sōjun (attr.) 一休宗純 (伝)| 1394-1481

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Ikkyū Sōjun ist einer der außergewöhnlichsten Dichter und Zen-Priester der japanischen Geschichte. Sein ganzes Leben ist begleitet von Skandalen wie Beleidigungen hoch gestellter Persönlichkeiten und unziemlichem Gehabe jeder Sorte. Er verkehrte in Bordellen in seiner Mönchskutte, da er erotische Erlebnisse für die Erleuchtung zuträglich hielt; Geschlechtsverkehr betrachtete er als religiösen Ritus. 76-jährig verliebte er sich in die Musikerin Mori, mit der er noch eine Tochter zeugte und widmete seiner Partnerin an die 180 Gedichte.

Ikkyū ist heute aber wahrscheinlich am besten bekannt als Kalligraf (abgesehen von der Manga-Welt, die seinem tumultuösen Leben Comic-Serien gewidmet hat). Da er noch den Ōnin-Bürgerkrieg (1467-77) erlebte, der die größten Verwüstungen in Kyoto anrichtete, sind wohl viele seiner Kalligrafien verloren gegangen; nur wenige vollkommen gesicherte Exemplare sind erhalten. 

Diese Kalligrafie war in schlechtem Zustand und musste aufwändig restauriert werden. Leider ist bei dieser Restaurierung die Inschrift oben auf der Rückseite 一休和尚御筆 („Ikkyū Priester ehrenwerter Pinsel“) verloren gegangen. Doch da die Kalligrafie nicht signiert ist und kein Siegel aufweist, ist diese Inschrift zwar wertvoll, aber für eine Authentifizierung nicht vollkommen zureichend. Das tief dunkelbraun gewordene Papier spricht allerdings für ein hohes Alter der Malerei.

Die Kalligrafie besteht aus zwei Zeichen: und , Drachen und Tiger. Die beiden Begriffe symbolisieren „Himmel und Erde“. Der Kalligraf lässt den Drachen mit schlenkerndem Schwanz sich frei in den Lüften bewegen, alle Einzelstriche fließen geschmeidig und lassen vergessen, dass das Zeichen selber eigentlich sehr konstruktiv wirkt mit seinen vielen Horizontalstrichen. Im Gegensatz dazu steht der Tiger mit fast realistisch gemaltem aufgestelltem Schwanz gefasst und sicher auf dem Boden. Beide Zeichen haben zwar einen ähnlichen Duktus (sie sind wohl im selben Tempo geschrieben worden), und doch sind sie eindeutig unterschiedlich in ihrem Charakter, gemäß den Symbolen, die sie repräsentieren. Sowohl Drache wie Tiger haben eine geradezu majestätische Aura mit dem reichlich bemessen Leerraum, der sie umgibt.

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