Guignard Kyoto Collection
Weide auf natsume (Teedose) | Nakayama Yukihiko 中山幸比古 | 1956 -
Weide auf natsume (Teedose) | Nakayama Yukihiko 中山幸比古 | 1956 -
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Der Lackmeister Nakayama Yukihiko war schon in seiner Jugend höchst erfolgreich. Als 26-jähriger wurde er bereits zum „National Treasure“ gekürt, eine Ehre, die eigentlich erst bejahrten erfolgreichen Künstlern zuteilwird. 1993 arbeitete er mit der Klavier-Firma Kawai zusammen und schmückte einen Flügel mit Phönix-Motiven als Geschenk für Prinzessin Masako zu ihrer Hochzeit. Zwei Jahre später erhielt er den Auftrag, den Kasuga-Schrein in Nara mit Lackarbeiten auszustatten, und im Jahr 2000 bestritt er in Manhattan eine Solo-Ausstellung mit Lackarbeiten.
Auch ohne diese Hintergrund-Information sieht man sofort, dass diese Lackarbeit hier überaus kunstvoll und reich in der Ausführung ist. Die maki e-Technik, mit der dieses Objekt geschaffen wurde, ist im Prinzip sehr alt, sie wurde von China übernommen, dann aber schon bald in Japan verfeinert und entwickelt. Maki e heißt eigentlich „gestreutes Bild“. Die Herstellung basiert darauf, dass auf eine trockene Lackschicht mit einem Lack getränkten Pinsel gemalt wurde. Auf die noch feuchte Zeichnung wurde dann Goldstaub gestreut. Doch später hat man auch bereits goldenen oder farbigen Lack verwendet und direkt auf Lack mit farbigem Lack gemalt. Es ist sehr wohl anzunehmen, dass wir es auch hier mit einer Lackmalerei zu tun haben, obwohl auf der Holzschachtel von maki e – also einem „gestreuten Bild“ - die Rede ist.
Das Motiv der „Trauerweide“ yanagi ist beliebt – der Baum ist in Japan aber nicht mit „Trauer“ konnotiert. Weiden standen traditionell an Brückenenden, d.h. an einem Ort des „Hinübersetzens“. Damit ist yanagi ein Symbol von „Abschied nehmen“. Im Extremfall ist es ein Symbol von „ins Jenseits gelangen“.
Ein mehr diesseitiger Aspekt von yanagi ist die Korrelation mit schönen Mädchen. Die langen Zweige der Weide reagieren sensibel auf jeden Windhauch – solche Feinheit erwartet man auch von der Seele eines reizenden weiblichen Wesens. Der Kimono eines jungen Mädchens heißt furisode, „Schwingende Ärmel“, denn diese langen Ärmel sollen sich beim Auftreten eines Mädchens so anmutig bewegen wie Weidenäste in der Frühlingsbrise.
Von diesem eleganten Aspekt her ist es nicht erstaunlich, dass kostbare Teedosen gerne mit einem Weidenmuster verziert werden
