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Guignard Kyoto Collection

Zwei Auberginen | Shibata Zeshin 柴田是真 | 1807-1891

Zwei Auberginen | Shibata Zeshin 柴田是真 | 1807-1891

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Shibata Zeshin ist vor allem als Lackmaler bekannt. Das ist vom künstlerisch-technischen Aspekt her ein spezifisch japanisches Kunsthandwerk, das in keiner anderen Kultur ein vergleichbares Raffinement entfaltete. Der genialste Künstler dieses Genres ist unbestritten Shibata Zeshin. Preise für Lackarbeiten dieses Künstlers erreichten schon Ende des 19.Jahrhunderts schwindelerregende Höhen. Er ist mit Lacksachen in allen großen Asien-Kunstsammlungen der Welt vertreten.

Zeshin stammte aus einem Kunsthandwerker-Milieu; sein Vater war Bildhauer, und er ging schon früh in die Lehre bei einem Lackmeister, studierte später aber auch bei angesehenen Malern wie Okamoto Toyohiko. Trotz diesen Studien blieb er immer ein Künstler des urushi e, der Lackmalerei, die viel mehr mit Technik und Materialien zu tun hat als übliche Malerei auf Papier oder Seide. Diese „Lackherkunft“ hinterließ in vielen seiner Malereien auf Seide und Papier ihre Spuren: Wenn Zeshin farbig arbeitete, war die Wahl der Farben meistens sehr klar, manchmal an der Grenze des Grellen – eine Wirkung, die beim Malen auf schwarzem Lack gute Effekte hat.

Auf diesem Tuschebild fällt auf, dass die beiden Auberginen sehr intensiv (fast wie ein kompakter Lack-Auftrag) schwarz sind - keine Schattierung lässt ihre Kugelform erkennen. Die Deckblätter und der Stiel der einen Aubergine sind aber flüchtig mit wässeriger, blasser Tusche gemalt. Deshalb empfindet man hier, dass Zeshin mit dem Material der Bild-Basis spielt. Er scheint absichtlich eine relativ raue Seide gewählt zu haben, so dass diese Deckblätter der Früchte bei schneller Pinselführung mit wenig Tusche eine eigene Textur aufweisen können. Die Seide behauptet sich also hier auffällig mit ihrer etwas ungewöhnlich gröberen Struktur. Zeshin vergnügt sich mit diesem textilen Effekt geradezu extrem bei seiner Unterschrift. Es sieht fast aus, als hätte er nicht mit einem Pinsel unterschrieben, sondern mit einem körnigen Kreide-Stift.

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