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Guignard Kyoto Collection

Daruma, Rundbild | anonym | 18./19.Jh.

Daruma, Rundbild | anonym | 18./19.Jh.

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Daruma ist der Zen-Patriarch Japans. Er ist eine historische Figur; im Jahr 480 aus Indien kommend, soll er sich 523 im Norden Chinas, in Henan, niedergelassen und im Shaolin-Kloster den Chan-Buddhismus entwickelt haben. Der Chan-Buddhismus kam erst im 12. Jahrhundert nach Japan, wo er Zen-Buddhismus genannt wurde; aus Boddhi Dharuma wurde Daruma. Daruma hatte in Japan immer ein exotisches Aussehen. Er hatte stark gekraustes Haar (das seine indische Herkunft verriet), und riesige Augen. Dieses Aufsperren der Augen wird mit der Legende erklärt, dass sich Daruma, nachdem er einmal beim Meditieren eingeschlafen sei, sich die Augenlider abgeschnitten habe. (Sie fielen zu Boden und aus ihnen entstand die Teepflanze…)

Zen galt seit seinem Erscheinen in Japan als starke geistige Kraft, womit nicht nur der stets übertrieben gesteigerte Gesichts-Ausdruck gehört, sondern auch ein intensiv roter Umhang, der weder in Indien noch in China historisch belegt ist.

In diesem fiktiven Porträt fallen die dunklen Pinselstriche auf, die die Gewandung des Patriarchen markieren. In einer solchen Schwarz-Weiß-Tuschemalerei musste die starke Wirkung des ikonografisch belegten roten Gewandes durch ein intensives Tusche-Schwarz ersetzt werden. Es ist eindeutig, dass die gekonnt hingeworfenen Pinselstriche im Malprozess nachträglich hinzugefügt wurden um das zarte Grau zu verstärken, mit dem die feinen Gesichtszüge des Priesters formuliert sind.

Das Bild war unmontiert überliefert und lässt nur einen fast nicht mehr sichtbaren Stempel erkennen. Es darf vermutet werden, dass es sich bei der Malerei um ein Werk der Kanō-Schule handelt.

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