Zu Produktinformationen springen
1 von 13

Guignard Kyoto Collection

Diptychon zwei Pferde | Kanō Hōgai 狩野芳崖 (signiert mit Shōkai 勝海) | 1828-1888

Diptychon zwei Pferde | Kanō Hōgai 狩野芳崖 (signiert mit Shōkai 勝海) | 1828-1888

Normaler Preis CHF 6,400.00
Normaler Preis Verkaufspreis CHF 6,400.00
Sale Ausverkauft
inkl. MwSt. Versand wird beim Checkout berechnet
Format
Material

Kanō Hōgai gilt als der letzte große Meister der Kanō-Schule, die seit dem 16. Jahrhundert die einflussreichste und größte Kunstinstitution Japans war. Unzählige Meister der Japanischen Malerei stammen aus dieser Schule - wenn ein junges Talent sich ausbilden wollte, suchte er ohne lange zu überlegen nach einem Kanō-Meister. Doch mit dem Ende der Edo-Zeit (1603-1867) und dem Verlust von feudalen Privilegien erlahmte diese Schule mit ihren strikten Motiv-Vorgaben; sie konnte sich nicht mehr erneuern. Kanō Hōgai war eine Ausnahme. Er erkannte die Zeichen der Zeit und arbeitete nach der Meiji-Restauration (1868) mit den fortschrittlichsten Geistern seiner Zeit – mit dem Maler Hashimoto Gahō und mit den Vordenkern Okakura Tenshin und Ernest Fenellosa. Erst seit diesem politisch-gesellschaftlichen Umbruch nannte er sich Hōgai, vor 1868 war sein Name Shōkai, so wie er dieses Bild signierte. Da er diesen Namen aber erst als 20-jähriger benutzte, (vorher unterschrieb er mit Shōrin 松隣) können wir dieses Diptychon ins Ende der Edo-Zeit, in den Zeitraum von 1848-68 datieren. 

Die Thematik ist denn auch traditionell. Man kennt Darstellungen von feurigen Pferden vor allem von ema her. Ema 絵馬waren zum Teil große Holzpaneele (auch solche von berühmten Malern wie Kanō Sansetsu (1589-1651) gemalt), die man Shintō-Schreinen darbrachte. Sie ersetzten Schenkungen von Pferden, denn seit alters nahm man an, dass der Gott des Schreines nachts ausreiten will und dazu ein stattliches Pferd besteigt. Doch Schreine brauchten nicht unzählige Pferde für ihre Gottheit, und so ließ man sich als Ersatz gemalte Pferde schenken.

Großartig an diesem Diptychon ist, wie der Maler kompositorisch die Energie der Pferde wiedergibt. (Er scheint im linken Bild direkt von Kanō Sansetsu beeinflusst zu sein).  Ein wildes Getue der Tiere festzuhalten, reicht ja nicht aus, die überbordende Energie muss (wenn das Bild Kunst sein will) auch indirekt als solche empfunden werden. Hōgai arbeitet mit der Architektur: Die Pferde verhalten sich in niedrigen Ställen drin ungestüm – sie wirken eingeengt, weil der Holzrahmen des Stalls je einen Teil ihrer Körper verdeckt.  Unter und über den Rossen gibt es diverse Schichten von Holzverschlägen und Dächern; sie sind vollkommen stabil in ihrer betonten Horizontalität. Die Holzböden sind ebenso entschieden schräg, als sollten sie beweisen, dass Ställe vollkommen sicher sind vor dem kraftvollen Wüten eines aufgebrachten Pferdes. Mit so viel harter geometrischer Strenge wird der Ausbruch von Energie und Kraft der Pferde kontrastreich betont.

Vollständige Details anzeigen