Guignard Kyoto Collection
Hundert Glücksfrauen おたふく | Kawabata Gyokushō 川端玉章 | 1842-1913 (gemalt: März 1881)
Hundert Glücksfrauen おたふく | Kawabata Gyokushō 川端玉章 | 1842-1913 (gemalt: März 1881)
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Kawabata Gyokushō wurde in Kyoto geboren, erntete aber Verdienste, als er den klassischen Stil der Shijō-Schule, die in Kyoto beheimatet und tonangebend war, als Maler und Lehrer in Tokyo verbreitete. Er gilt als der letzte große Shijō-Künstler, und so ist sein Platz in der neueren japanischen Kunstgeschichte unumstritten. Die Länge des Rollbildes von 234cm deutet daraufhin, dass ein privater Besitzer des Bildes anvisiert war, der über (für japanische Wohnverhältnisse) grandiose Räumlichkeiten verfügte: Nur reiche Großbürger erwarben sich Kunst von Gyokushō.
Otafuku, Glücksfrauen, sind keine Schönheiten, die dem neuzeitlichen ukiyo-e Frauenideal (wie es die Holzschnittkünstler im 17.-19.Jh. schufen) - mit den langen, eleganten Gliedmaßen und den ovalen Gesichtern - entsprechen. Otafuku sind kurzbeinig, dick, und haben einen birnenförmigen Kopf. Was ihnen an neuzeitlich klassisch-japanischem Frauenreiz abgeht, kompensieren sie mit Herzlichkeit, Gemütlichkeit und Unkompliziertheit. In ihrer (virtuellen) Gesellschaft - sie sind Phantasiegeschöpfe – fühlt man sich wohl, muss man sich als Mann nicht anstrengen und den raffinierten Verführer spielen, sondern kann sich unbeschwert amüsieren.
Hundertschaften von Glücksbringern kennt man auch in der Form von Kranichen oder Schildkröten; wenn es sich um otafuku handelt, bekommt man eine ganze Palette von vergnüglichen Distraktionen präsentiert. Schaut man sich das Bild an, kann man unzählige von herrlichen erzählerischen Details entdecken. Dennoch ist das Bild als Ganzes großzügig aufgebaut und überzeugt durch seine gebändigte Fülle und einen leichten, parlierenden Pinselstrich.
Die Bild ist restauriert und in perfektem Zustand.








