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Guignard Kyoto Collection

Meeres-Landschaft | Hashimoto Gahō 橋本雅邦 | 1835-1908 (1905) / Kawai Gyokudō 川合玉堂 | 1873-1957

Meeres-Landschaft | Hashimoto Gahō 橋本雅邦 | 1835-1908 (1905) / Kawai Gyokudō 川合玉堂 | 1873-1957

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Hashimoto Gahō gilt als einer der großen Neuerer der japanischen Malerei am Ende des 19. Jahrhunderts. Dies war eine turbulente Zeit in Japan. Das Inselland wurde in kultureller, politischer und gesellschaftlicher Hinsicht überrannt. Den Kompass für die Zukunft zu finden, wurde in vielen Aspekten des Lebens schwierig.

In der Malerei wurden Künstler mit neuen Techniken, neuen Motiven und überhaupt neuen Sichtweisen konfrontiert, mit denen sich auseinanderzusetzen einen immensen geistigen Aufwand verlangte. Japan konnte damals ja selbst schon auf eine reiche tausendjährige Kunstgeschichte zurückblicken und musste einen Weg finden, Zeitgenössisches zu schaffen, ohne die eigene Herkunft zu verraten.

Ein bedeutendes fünfhundertjähriges Erbe war die Tuschemalerei, die es so in Europa nicht gegeben hatte. Vor allem Gashō kümmerte sich um dieses Problem. Einfach so malen „wie früher“, war sicher nicht der Weg, aber wie konnte man aus dem Schatz der eigenen Geschichte profitieren und doch etwas „Modernes“ schaffen.

Gashō setzt in dieser Vedute bei der klassischen Meeres-Landschaft an – in der Ferne eine Bucht und im Vordergrund eine Halbinsel. Daran ist im Prinzip nichts Revolutionäres. Doch wenn man genau hinschaut, wie die Bucht gemalt ist, spürt man: so hat man vom 15. bis ins frühe 19. Jahrhundert nicht gemalt. Gashō wählt für die Bucht einen sehr feuchten breiten Pinsel, in dessen Strichstruktur feine Vibrationen der malenden Hand erkennbar sind (aus der Sicht der Tradition ist das „unmöglich“). Links, am Beginn, wo noch am meisten Wasser im Pinsel ist, malte er unverzüglich nach dem „Bucht-Strich“ Kiefern, die wegen der Nässe auf dem Papier verschwimmen und die Illusion eines Dunsts erzeugen. (Diese tarashikomi-Technik stammt aus der Rinpa-Schule - also nicht der Tuschemalerei-Tradition). Die Kiefern vorne auf der Halbinsel wirken dann als Kontrast vollkommen klar – obwohl es sich um nichts mehr als geschickt arrangierte Tupfer handelt.

Die beiden der Halbinsel vorgelagerten Schiffe sind auch nur drei Querstriche mit ein paar Punkten drauf. Weiter unten bewegt sich aber ein anderes Schiff, größer, realistischer – hier rudert deutlich ein gebückter Bootsmann. Mit all diesen Details kommen Atmosphäre und Tiefenwirkung ins Bild, die in eine großzügige „Himmels-Leere“ ausstrahlen können.

Das Bild ist opulent mit kostbarer Gold-Seide montiert, wahrscheinlich vom Schüler und großen Bewunderer Gashōs, dem hochangesehenen Maler Kawai Gyokudō, der auch die Schachtel kreierte, unterschrieb und mit einem Siegel versah.

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