Guignard Kyoto Collection
Nō-Maske Ko omote (junges Mädchen) mit Brokattasche | unbekannt (Siegel und Initialen vorhanden) | ? (frühes 20. Jahrhundert)
Nō-Maske Ko omote (junges Mädchen) mit Brokattasche | unbekannt (Siegel und Initialen vorhanden) | ? (frühes 20. Jahrhundert)
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Das Nō-Theater ist eine kulturelle Ikone Japans. Es entstand in der Form, die wir heute kennen, in der Muromachi-Zeit (1333-1584). Wichtigstes Charakteristikum dieser Kunst ist die Verwendung von Masken, womit Typisierung erreicht wird. Doch diese ist, gerade in Bezug auf Frauen, sehr differenziert. Es gibt Masken für 15-jährige Mädchen, für junge Frauen, reifere Ehefrauen bis zu ausgemergelten alten Frauen, die keine weiblichen Reize mehr haben.
Diese Maske einer jungen blühenden Schönheit ist der Typ ko omote. Sie entspricht dem Frauen-Ideal der Muromachi-Zeit (1336-1573). Damals noch zupften sich die Frauen ihre Augenbrauen aus und markierten sie - wie kleine Wolken aussehend - mit schwarzer Schminke. Die Zähne wurden schwarz eingefärbt, da weiße Zähne wohl zu animalisch wirkten.
Die Masken sind relativ klein, sie decken kaum das Gesicht eines (immer männlichen) Darstellers. Mit dieser Ästhetik will man im Theater deutlich machen, dass die Person auf der Bühne „nur“ gespielt wird und man nicht eine naturalistische Illusion anstrebt. Die Kraft des Nō-Theaters liegt in der Zeichenhaftigkeit, in der emotionalen Vermittlung von tiefen Symbolen für die menschliche Existenz.
Diese Maske wurde nie im Theater benutzt (gespielte Masken treten kaum je im Handel auf, und wenn, dann sind sie unerschwinglich). Sie ist aber signiert und hat einen eingebrannten Stempel, was die professionelle Machart, die dieses Maskengesicht auszeichnet, gleichsam faktisch unterstreicht.
Zu dieser Maske gehört ein speziell angefertigter Brokat-Beutel aus einem Stofftyp, der für Nō-Gewänder verwendet wird.




