Guignard Kyoto Collection
Tablett für sencha „Bananenblatt mit Frosch“ | Jōzan 丈山 | 20.Jh.
Tablett für sencha „Bananenblatt mit Frosch“ | Jōzan 丈山 | 20.Jh.
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Sencha ist eine etwas weniger bekannte Form der Teezeremonie; ihre Ästhetik unterscheidet sich von jener der großen Tee-Schulen, in denen der grüne Pulvertee matcha zubereitet wird. Sencha wurde von dem Priester Ingen Ryūki, dem Hauptvertreter der Ōbaku-Schule des Manpukuji in Kyoto, im 17. Jahrhundert aus China eingeführt. In dieser Zeremonie wird aufgeschütteter Tee – in der Regel der kostbare gyokuro – serviert.
Über den Schnitzer dieses Tabletts konnte nichts in Erfahrung gebracht werden. Es besticht durch sein Verhältnis von Form und Maserung. Es macht den Anschein, dass der Künstler nur dem Diktat des Materials folgte und ihm nicht seinen Willen aufzwang. Besonders anrührend ist der kleine Frosch, der aus dem Holz herausgearbeitet wurde. Eine solche geschmeidige Haltung der Natur gegenüber ist vollkommen kongruent mit dem Geist der sencha-Teezeremonie, in der elegante Einfachheit und reeller Geschmack besonders geschätzt werden.
