Guignard Kyoto Collection
Tänzerin-Skulptur aus der Phönix-Halle des Byōdōin | Werkstatt Jōchō 定朝 (gest. 1057) | 11. Jh. (Kopie vermutlich 1960)
Tänzerin-Skulptur aus der Phönix-Halle des Byōdōin | Werkstatt Jōchō 定朝 (gest. 1057) | 11. Jh. (Kopie vermutlich 1960)
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Der Tempel Byōdōin in Uji, in der Nähe von Kyoto, ist eines der großartigsten antiken Holz-Bauwerke Japans – ein Abbild davon ziert heute noch die 10-Yen-Münze. Der Byōdōin wurde im 10. Jahrhundert gebaut; er war ursprünglich der Sitz eines Fürsten aus dem Fujiwara-Clan. Erst im11. Jahrhundert wurde das Gebäude zum Tempel umfunktioniert.
Der Mitteltrakt der Anlage ist die Phönix-Halle, da ihr Dach von zwei Phönix-Vögeln gekrönt wird. In der Halle thront eine Monumental-Figur von Amida Nyorai, die vom Bildhauer Jōchō, dem größten Bildhauer der Heian-Zeit, geschaffen wurde.
Aus seiner Werkstatt stammen auch 52 himmlische Musikerinnen und Tänzerinnen im Gefolge Buddhas, die alle aus japanischem Zypressenholz (hinoki) geschnitzt wurden. Die 52 Figuren wurden in zwei Gruppen u-förmig um die Buddha-Statue herum arrangiert.
Diese „Tänzerin auf den Wolken“ gehört als Nr.20 zu jener Gruppen-Hälfte von 26 Figuren, die auf der Südseite der Halle disponiert sind. Ihre bezaubernd fließende S-Bewegung des Körpers und die angenehmen Verhältnisse der Rumpf- und Gliedervolumen zueinander sowie das aufmerksam konzentrierte Gesicht sind von einer Harmonie beseelt, wie sie in der japanischen Bildenden Kunst später kaum mehr erreicht wurde.
Die Kopie scheint bis auf die Holzmaserung vollkommen akkurat zu sein und kann deshalb die Herrlichkeit dieses Kunstwerks ungebrochen vermitteln. Das Material ist ein Kunstharz, das sehr widerstandsfähig ist.
Solche Kopien werden heute nicht mehr hergestellt; sie sind selbst auch schon Antiquitäten und nur selten im Kunsthandel zu finden.
